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Kreis Schleswig-Flensburg - Immer aktuell informiert

Informationen, FAQ's und Amtliche Bekanntmachungen zur Geflügelpest

Auf dieser Seite finden Sie die aktuellen Pressemitteilung, FAQ's sowie die Amtlichen Bekanntmachungen des Kreises zur Geflügelpest.

Hilfreiche Informationen für kleinere Betriebe: Verhaltensregeln für Kleinbetriebe mit Geflügelhaltung (unter 1000 Tiere) und Geflügelhobbyhaltungen [PDF: 30 KB] , 13. Liste der nach den Richtlinien der DVG geprüften und als wirksam befundenen Desinfektionsmittel für den Tierhaltungsbereich (Handelspräparate) [PDF: 1,1 MB] .

Pressemitteilung vom 24. März 2017:

Lockerung der Stallpflicht
Reiherenten

Auf Veranlassung durch das Landwirtschaftsministerium in Kiel wird ab Samstag, 25.03.2017 im Kreis Schleswig- Flensburg und der Stadt Flensburg in definierten Teilgebieten die Stallpflicht gelockert.

Danach muss das Geflügel nur noch in sog. Risikogebieten aufgestallt werden:

  • Gebiet entlang der Ostseeküste inkl. Schlei ( 3 km) sowie an Binnengewässern und Flüssen mit besondere ornithologischer Bedeutung
  • FFH- Gebiet Eider- Treene- Sorge
  • Regionen (Gemeinden) mit hoher Geflügeldichte 
Für Geflügel, welches nicht mehr aufgestallt werden muss, gelten weiterhin strenge Biosicherheitsmaßnahmen. Die Fütterung sowie Wasserversorgung haben so zu erfolgen, dass Wildvögel dort keinen Zugang haben.

Mit der Teil-Lockerung der Aufstallpflicht für Geflügel wird nach Angaben von Dr. Volker Jaritz, Leiter des Veterinäramtes des Kreises, das noch bestehende Wildvogel-Geflügelpest-Beobachtungsgebiet für den Kreis Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg aufgehoben.

Tierseuchenrechtliche Anordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest vom 05.04.2017 [PDF: 48 KB]

FAQ's zur Geflügelpest

Was versteht man unter Geflügelpest und Vogelgrippe?

Die Klassische Geflügelpest ist eine besonders schwer verlaufende Form der aviären Influenza, die durch hochpathogene (stark krankmachende) Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird.

Geringpathogene Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 können zu einer hochpathogenen Form mutieren, die sich dann klinisch als Geflügelpest zeigt. Infektionen mit anderen Subtypen bleiben auch beim Hausgeflügel meist ohne gravierende klinische Auswirkungen.

Als „Vogelgrippe“ werden in der Öffentlichkeit seit dem Auftreten von hochpathogenem H5N1 Virus aus Asien Infektionen von Nutzgeflügel mit aviären Influenzaviren bezeichnet.

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit)

Was bedeuten "H" und "N" bei den Virusbezeichnungen?

Mit H und N werden die beiden wichtigsten Eiweiße auf der Hülle des Influenzavirus, Hämagglutinin und Neuraminidase, abgekürzt.

Quelle: Robert Koch Institut

Was sind die Symptome der "Geflügelpest" (Aviäre Influenza)

Sowohl beim hochpathogenen als auch beim niedrigpathogenen Typ der Aviären Influenza können bei den infizierten Vögeln Symptome wie Atemnot, Apathie, Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme), Durchfall, Abfall der Eiproduktion oder Blauverfärbung der Haut auftreten, die unterschiedlich ausgeprägt sein können.

Die Aviäre Influenza ist hochansteckend. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch (Inkubationszeit) beträgt Stunden bis zu 21 Tagen. Die Krankheit verläuft danach schnell und endet für die erkrankten Tiere meist tödlich.

Quelle: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

Woher kommt das Geflügelpestvirus H5N8?

Nach Angabe des Friedrich-Loeffler-Instituts wurde das hochpathogene aviäre Influenzavirus vom Typ H5N8 (HPAI H5N8) erstmals Anfang 2014 in Südkorea nachgewiesen, wo bis September etwa 30 Ausbrüche der Tierseuche beobachtet wurden.

Etwa 12 Millionen Stück Geflügel mussten im Rahmen der Ausbrüche getötet werden. Aus China und Japan wurden vereinzelte
Ausbrüche gemeldet.

In Europa trat das Virus bisher in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien bei Mastputen, Legehennen und Mastenten auf.

Wie gefährlich ist das Virus?

Die Viren können nach Angaben des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums in zwei Formen bei Hausgeflügel und Wildvögeln auftreten: Die gering krankmachende Form (niedrigpathogen, LPAI) oder die stark krankmachende Form (hochpathogen, HPAI).

Die hochpathogene Form unterliegt sowohl bei Wildvögeln wie auch beim Hausgeflügel der Anzeigepflicht und wird durch die Maßnahmen der Geflügelpest-Verordnung bekämpft. Nun wurden Erreger des Subtyps H5N8 gefunden. Der Begriff "Geflügelpest" steht für einen schweren Verlauf der Vogelgrippe mit vielen Todesfällen.

Wie erkennt man kranke Tiere? Wie verhalte ich mich als Spaziergänger?

Einzelne tote Spatzen oder Amseln im Garten sind kein Grund zur Sorge.

Tote Vögel findet man immer wieder einmal. Im Herbst sterben beispielsweise viele Vögel an Entkräftung - sie haben nicht genug Energie für den Vogelzug getankt. Vögel sterben auch an Altersschwäche. 

Verendete Vögel sollten in der Natur belassen werden oder können, wenn sie auf einem Privatgrundstück gefunden werden im Hausmüll (in der Restmülltonne) entsorgt werden. Einzelne tote Spatzen oder Amseln im Garten sind kein Grund zur Sorge.

Liegen viele tote Vögel an einem Ort, gilt: das örtliche Ordnungsamt informieren. Denn mehrere Vögel auf freier Fläche deuten auf Krankheiten hin - das muss nicht zwangsläufig das Vogelgrippe-Virus sein. Generell sollten tote Vögel nicht angefasst werden.

Ob ein verendeter Vogel am Vogelgrippe-Virus gestorben ist, lässt sich nur durch eine Beprobung herausfinden.

Für wen gelten die Maßregeln?

Alle getroffenen/angeordneten Maßnahmen gelten auch für Halter von einzelnen oder wenigen Tieren. Das Risiko der Weiterverbreitung der Wildvogel-Geflügelpest ist bei Hobbyhaltungen genauso groß wie bei gewerblichen Haltungen.

Von großer Bedeutung ist die Meldung des Bestandes an das zuständige Veterinäramt.

Verhaltensregeln für Kleinbetriebe mit Geflügelhaltung(unter 1.000 Tiere) und Geflügelhobbyhaltungen

aufgrund der Gefährdung der Geflügelbestände in Schleswig-Holstein durch Übertragung des Geflügelpest-Erregers durch Wildvögel

Gemäß der Allgemeinverfügung zur Festlegung von vorbeugenden Biosicherheitsmaßnahmen sind einzuhalten:

1. Desinfektionsmatten oder -wannen sind vor dem Stalleingang zu errichten. Hier soll das Schuhwerk, welches außerhalb des Stalls getragen wird, desinfiziert werden.

  • Hierzu können große handelsübliche Mörtelkästen oder -kübel im Baumarkt oder haushaltsübliche Wannen erworben und, mit Desinfektionsmittel gefüllt, als Desinfektionswanne verwendet werden. Alternativ kann eine mit Desinfektionsmittel getränkte Schaumstoffmatte in einer Wanne als Desinfektionsmatte verwendet werden.
  • Geeignete Desinfektionsmittel können unter der Sparte "behüllte Viren/7b" in der DVG-Desinfektionsmittelliste für Handelspräparate  eingesehen werden. 13. Liste der nach den Richtlinien der DVG geprüften und als wirksam befundenen Desinfektionsmittel für den Tierhaltungsbereich (Handelspräparate) [PDF: 1,1 MB]  
  • Desinfektionsmittel können im Landhandel oder bei einem praktizierendem Tierarzt erworben werden.
  • Peressigsäurehaltige Handelspräparate können auch bei Temperaturen zwischen 0° und 10°C angewendet werden.
  • Ameisensäure und andere org. Säuren (Zitronensäure u. a.) sind bei Temperaturen unter 10°C nicht anwendbar. Ggf. muss eine temperat urabhängige Konzentrationserhöhung erfolgen.
  • Bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln sind stets die produktspezifischen Anwendungs- sowie Entsorgungshinweise zu beachten. 

2. Beim Betreten des Stalles ist bestandseigene Schutzkleidung (inklusive Schuhwerk) zu tragen. Die Schutzkleidung (inklusive Schuhwerk) verbleibt im Stall und muss regelmäßig gewaschen und desinfiziert werden. Bei Verwendung von Einmalschutzkleidung ist diese nach Gebrauch unschädlich zu beseitigen.

  • Als Einmalschutzkleidung können Einweg-Overalls und Einmal-Überziehstiefel verwendet werden. Nach Gebrauch können diese im Restmüll entsorgt werden.
  • Als Schutzkleidung können auch beispielsweise eine Hose mit einem Arbeitskittel und Gummistiefeln verwendet werde. Wichtig ist, dass alle Sachen im Stall verbleiben und auch nur für die Arbeit im Stall angezogen werden. Sie müssen regelmäßig gewaschen und desinfiziert werden. Desinfektionsmittel für Kleidung kann beispielsweise in Drogeriemärkten erworben werden. 3. Die Hände sind unmittelbar vor Betreten des Stalls zu waschen und zu desinfizieren.
  • Zur Händedesinfektion sind handelsübliche Desinfektionsmittel, welche wirksam gegen Influenza A-Viren sind, geeignet. Dies wird z.B. durch die Hinweis- Kennzeichnungen "begrenzt viruzid", "viruzid", "wirksam gegen behüllte Viren" deutlich. Solche Händedesinfektionsmittel können in Apotheken, Landmärkten, Drogeriemärkten oder erworben werden.

4. Nach jeder Ein- oder Ausstallung von Geflügel sind die eingesetzten Gerätschaften zu reinigen und zu desinfizieren. Nach jeder Ausstallung sind die freigewordenen Ställe einschließlich der dort vorhandenen Einrichtungen und Gegenstände zu reinigen und zu desinfizieren.

  • Hierzu sind die Hinweise zu Desinfektionsmittel gemäß Punkt 1 zu beachten.
  • Die Verwendung einer Rückenspritze o.ä. hilft beim flächenmäßigen Auftragen des Desinfektionsmittels.

5. Transportmittel für Geflügel (wie Viehtransportfahrzeuge, Anhänger, Kisten, Käfige, Behältnisse) sind nach jeder Verwendung unverzüglich zu reinigen und zu desinfizieren.

  • Hierzu sind die Hinweise gemäß Punkt 4 zu beachten.

6. Hunde und Katzen sind von den Stallungen fern zu halten.

7. Kein Geflügel über Geflügelmärkte, Geflügelbörsen oder mobile Geflügelhändler zukaufen. 

Gemäß der Geflügelpest-Verordnung sind grundsätzlich einzuhalten:

8. Ein Bestandsregister ist zu führen. Hier werden alle Zu- und Abgänge mit Datum, Art des Geflügels, Name und Anschrift des Transportunternehmers sowie des vorherigen bzw. zukünftigen Besitzers verzeichnet.

9. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände (Gerätschaften, Maschinen), mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, sind für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren.

  • Hier soll nicht nur ein direkter Kontakt, sondern auch ein indirekter durch Kot von Wildvögeln verhindert werden.
  • Ein Abdecken durch Planen oder Einlagern in Gebäuden oder verschlossenen Behältnissen ist möglich.

10. Krankheitsanzeichen, wie − mehr als 2 % Geflügelverluste innerhalb von 24 Stunden − erhebliche Veränderung in der Legeleistung oder Gewichtszunahme sind unverzüglich durch einen Tierarzt abklären zu lassen. Dabei ist immer auch auf Influenza A-Viren der Subtypen H5 und H7 zu untersuchen.

  • Zu Zeiten der Geflügelpest kann auch direkt das zuständige Veterinäramt kontaktiert werden, welches dann amtliche Proben nehmen kann.

11. Liegt der Bestand in einem Restriktionsgebiet (z.B. Sperrbezirk, Beobachtungsgebiet) müssen die von der zuständigen Veterinärbehörde angeordneten Maßnahmen zusätzlich beachtet werden.

Gemäß der Viehverkehrsverordnung sind grundsätzlich einzuhalten:

12. Die Meldepflicht für den Tierbestand (Hühner, Truthühner, Enten, Gänse, Fasanen, Perlhühner, Rebhühner, Wachteln und Tauben) muss erfüllt sein.

  • Wer dieser Pflicht bisher noch nicht nachgekommen ist, hat seine Geflügelhaltung unverzüglich beim zuständigen Veterinäramt anzuzeigen.

Zusätzliche Maßnahmen:

13. Keine anderen Geflügelbestände aufsuchen.

14. Zutritt für fremde Personen unterbinden; nur Personen in den Bestand lassen, die den Bestand unbedingt aufsuchen müssen (Tierarzt, Amtstierarzt). 

15. Eierschalen, Speise- und Kuchenabfälle nicht verfüttern.

16. Die Stallungen sind in einem guten baulichen Zustand zu halten.

17. Regelmäßige Schadnagerbekämpfung in den Stallungen und im Außenbereich durchführen.

18. Eierkartons nur einmal verwenden.

Quelle: http://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/G/gefluegelpest/Downloads/hinweise_kleinbetriebe.pdf;jsessionid=45040144E81E7CC5480CFC927EF32D07?__blob=publicationFile&v=3

Ist der Erreger auch auf den Menschen übertragbar?

Bislang ist keine Übertragung von H5N8 auf den Menschen bekannt Der Erreger des Subtyps H5N8 wird derzeit noch vom Friedrich-Löffler-Institut genauer analysiert.

Nach bisherigem Erkenntnisstand sind keine Infektionen des Menschen mit H5N8-Viren bekannt.

Eine Übertragung des Erregers (H5N8) über infizierte Lebensmittel ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) "theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich". Gleichwohl sollten entsprechend den Empfehlungen des BfR grundsätzlich die Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten beachtet werden. So müssen Geflügelgerichte gründlich durchgegart werden, rohes Geflügelfleisch ist getrennt von den übrigen Lebensmitteln aufzubewahren und Küchengeräte sind zu reinigen (Näheres siehe unter dem unten stehenden Link).

http://www.bfr.bund.de/cm/343/vogelgrippe-virusuebertragung-h5n8-durch-den-verzehr-von-gefluegelfleisch-und-gefluegelfleischprodukten-unwahrscheinlich.pdf

Quelle: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

Kann ich Geflügelfleisch auch essen, wenn die Seuche ausgebrochen ist?

Das Virus des Subtyps H5N8 besitzt für Geflügel hochpathogene (stark krankmachende) Eigenschaften. Infektionen des Menschen mit H5N8 Viren sind bislang nicht bekannt.

Eine Übertragung des Erregers (H5N8) über infizierte Lebensmittel ist theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich.

Für die Übertragung anderer Subtypen (H5N1, H7N9) aviärer In-fluenzaviren von Vögeln auf den Menschen waren in der Vergangenheit fast ausschließlich direkte Kontakte mit infiziertem lebendem Geflügel verantwortlich. Für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen durch rohe Eier oder Rohwursterzeugnisse mit Geflügelfleisch von infizierten Tieren gibt es bisher keine Belege.

Auf die Einhaltung von Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten sollte grundsätzlich geachtet werden.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

Sind andere Haustiere, z.B. Hunde gefährdet?

An der Aviären Influenza erkranken in der Regel nur Vögel.

Andere Haustiere können das Virus allerdings nach Kontakt weiter verbreiten. Daher soll ein direkter Kontakt von Haustieren, insbesondere Hunden und Katzen, mit toten oder kranken Vögeln verhindert werden.

Quelle: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

Dürfen Vögel im Garten weiter gefüttert werden?

Vögel können weiter gefüttert werden.

Empfehlungen des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) zur Jagd

Das MELUR als oberste Jagdbehörde empfiehlt: 

  1. Die Jagd auf Wasservögel sollte derzeit unterbleiben. So kann das Risiko verringert werden, dass infizierte Tiere aufgescheucht werden und die Geflügelpest weiter verbreiten.
  2. Drückjagden auf Schalenwild, insbesondere Wildschweine, können und sollten in dieser Saison wie geplant auch in den Restriktionszonen und unter dem Einsatz von Hunden durchgeführt werden.

Quelle: Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume 

Amtliche Bekanntmachungen zur Geflügelpest