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Kreis Schleswig-Flensburg - Eine starke Region

bau- und abbruchabfälle

Bei der Sanierung und dem Abbruch von Gebäuden fallen verschiedene Bau- und Abbruchabfälle an, die aufgrund der Pflicht zur Abfalltrennung getrennt erfasst und entsorgt werden müssen.

Unbelastete Materialien wie Ziegel- und Betonbruch können als Recyclingmaterial einer weiteren Verwertung, z.B. im Wegebau, zugeführt werden.
Andere früher verwendete Baustoffe sind teilweise schadstoffhaltig und müssen als gefährliche Abfälle entsorgt werden.
 
Bei Gewerbe- und Industriegebäuden ist durch Auswertung vorhandener Unterlagen und anhand einer Begehung zu klären, ob und in welchem Umfang mit schadstoffhaltigen Abfällen zu rechnen ist. Bei entsprechenden Anhaltspunkten sollte durch einen Fachgutachter ein Schadstoffkataster erstellt werden.
Auch bei Wohngebäuden sollte auf folgende schadstoffhaltige Baustoffe besonders geachtet werden:

  • Asbestzementplatten (z. B. Dacheindeckungen und Fassadenverkleidung)
  • asbesthaltige Dichtungen (z.B. in Heizungsanlagen, Heizkörpern, Rohrisolierungen)
  • teerhaltige Produkte (z. B. Dachpappen, Teerkork, schwarze Bodenbeläge, Kleber)
  • künstliche Mineralfasern (z. B. Stein- und Glaswolle alter Produktion vor 2000)
  • holzschutzmittelbehandeltes Konstruktionsholz (z. B. Dachstuhlhölzer)
  • PCB-haltige Dichtmassen (z.B. elastische Fugenmassen)

Abbruch eines Gebäudes nach erfolgter Schadstoffentfrachtung

Bodenaushub

Bei Baumaßnahmen anfallender Bodenaushub kann infolge der vorherigen Nutzung des Grundstücks mit Schadstoffen verunreinigt sein, sodass eine uneingeschränkte weitere Verwendung nicht zulässig ist. Vor einer Verwertung des Bodens ist daher zu klären, ob mit einer Schadstoffbelastung zu rechnen ist. Ein Untersuchungsbedarf zur Klärung einer möglichen Schadstoffbelastung besteht insbesondere bei

  • Flächen in Industrie- und Gewerbegebieten
  • Flächen, bei denen durch frühere Schadensfälle oder naturbedingt mit erhöhten Schadstoffgehalten gerechnet werden muss
  • Bodenmaterial mit mineralischen Fremdbestandteilen (z.B. Bauschutt)
  • Bodenmaterial mit sonstigen konkreten Hinweisen auf eine Schadstoffbelastung.

Bei der Verwertung von Boden auf oder in einer durchwurzelbaren Bodenschicht darf es zu keiner schädlichen Bodenveränderung kommen und bei einer landwirtschaftlichen Folgenutzung ist folgendes zu beachten:

  • Die Schadstoffgehalte in der durchwurzelbaren Bodenschicht dürfen 70 Prozent der Vorsorgewerte der BBodSchV nicht überschreiten.
  • Die Ertragsfähigkeit der Böden ist nachhaltig zu sichern oder wiederherzustellen.
  • Das Bodenmaterial muss hinsichtlich Art, Menge und Schadstoffgehalt geeignet sein.
  • Die Nährstoffzufuhr durch das Aufbringen von Bodenaushub ist nach Menge und Verfügbarkeit dem Pflanzenbedarf der Folgevegetation anzupassen.
  • Verdichtungen und Vernässungen sind durch geeignete technische Maßnahmen sowie durch Berücksichtigung der Menge und des Zeitpunkts der Aufbringung zu vermeiden.

Bei der Verwertung von Bodenaushub unterhalb einer durchwurzelbaren Bodenschicht, z.B. bei der Wiederverfüllung von Kiesabbauflächen, sind die technischen Regeln der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) zu beachten. Hinsichtlich der Schadstoffgehalte sind die Zuordnungswerte Z 0 einzuhalten, sodass es nicht zur Besorgnis einer schädlichen Verunreinigung des Grundwassers oder des Entstehens einer schädlichen Bodenveränderung kommt.
Böden mit leicht erhöhten Schadstoffgehalten (Zuordnungswerte Z 1 oder Z 2) können noch eingeschränkt in technischen Bauwerken (z.B. Lärmschutzwällen) offen oder mit technischen Sicherungsmaßnahmen eingebaut werden.
 
Auffüllungen und Aufschüttungen außerhalb von Baugebieten mit Mengen von mehr als 30 Kubikmeter oder einer Einbringungsfläche von mehr als 300 Quadratmeter bedürfen zudem einer naturschutzrechtlichen Genehmigung (siehe Naturschutz). 
 

Wiederverfüllung einer ehem. Kiesgrube mit unbelastetem Bodenaushub